Einstellungen zum Ausprobieren
-
Springen, Sprung von schräg vorne
- Blende
- f/2.8 bis f/5.6
- Zeit
- 1/1250 bis 1/2000 s
- ISO
- Auto, Obergrenze nach Licht
- Brennweite
- 70 bis 200 mm
Kontinuierlicher Autofokus, Serienbild. Auslösen, wenn die Vorderbeine über der Stange angewinkelt sind.
-
Dressur im Viereck
- Blende
- f/2.8 bis f/4
- Zeit
- 1/800 bis 1/1000 s
- ISO
- Auto, Obergrenze nach Licht
- Brennweite
- 70 bis 200 mm
Seitlich an der langen Seite, Fokus auf das Auge des Pferdes.
Ausgangswerte für den ersten Versuch, keine festen Regeln. Licht, Motiv und Kamera entscheiden, das Histogramm zeigt, ob es passt.
Inhalt dieser Seite
Ein Reitturnier ist für Fotografen eine Mischung aus Sport- und Tierfotografie. Pferde springen, galoppieren oder bewegen sich in der Dressur in exakt geplanten Figuren. Jede Disziplin hat ihre eigenen Höhepunkte, und wer sie kennt, steht zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Dieser Beitrag aus dem Bereich Pferdefotografie erklärt Technik, Standortwahl und die Regeln, die auf dem Turnier gelten.
Zuerst die Regeln
Bevor Sie die Kamera auspacken, klären Sie, was erlaubt ist:
- Kein Blitz. Ein plötzlicher Lichtblitz kann ein Pferd erschrecken. Das gilt auch für das Autofokus-Hilfslicht.
- Zuschauerbereiche einhalten. Absperrungen schützen Sie und die Pferde. Betreten Sie Vorbereitungsplätze und Wege der Pferde nur mit Erlaubnis.
- Rechte am Bild. Viele Turniere haben einen offiziellen Fotografen. Private Bilder sind meist erlaubt, Verkauf und Veröffentlichung oft nicht ohne Weiteres.
- Rücksicht. Keine hektischen Bewegungen, keine raschelnden Taschen am Rand der Bahn.
Lesen Sie die Ausschreibung oder fragen Sie in der Meldestelle nach.
Die Verschlusszeit
Ein Pferd im Galopp bewegt sich schnell, Beine und Mähne noch schneller. Für scharfe Bilder brauchen Sie kurze Verschlusszeiten:
- Springen: 1/1250 s bis 1/2000 s.
- Galopp und Vielseitigkeit im Gelände: um 1/1000 s bis 1/1600 s.
- Dressur: 1/800 s bis 1/1000 s reichen meist.
Bewährt hat sich der manuelle Modus mit fester Zeit und Blende sowie ISO-Automatik. Die Kamera regelt dann nur die Helligkeit über die ISO. Wie die drei Größen zusammenspielen, erklärt der Beitrag zum Belichtungsdreieck.
Der Autofokus
Stellen Sie den kontinuierlichen Autofokus ein, je nach Hersteller AF-C, AI Servo oder ähnlich benannt. Er führt die Schärfe nach, während das Pferd auf Sie zukommt. Wählen Sie ein kleines Messfeld oder eine Messfeldgruppe auf Kopf und Brust des Pferdes. Viele aktuelle Kameras haben eine Tiererkennung, die das Pferdeauge sehr zuverlässig verfolgt.
Beginnen Sie früh mit dem Fokussieren, schon einige Galoppsprünge vor dem Hindernis, und lösen Sie in Serie aus.
Der richtige Standort
Beim Springen: Leicht schräg vor dem Sprung, auf einer Linie mit der Anreitrichtung oder etwas seitlich. So sehen Sie Pferd und Reiter von vorne, mit angewinkelten Vorderbeinen über der Stange. Direkt seitlich wirkt der Sprung flach. Wählen Sie Sprünge mit ansprechendem Hintergrund und ohne Werbebanden direkt hinter dem Pferd, wenn Sie die Wahl haben.
In der Dressur: An der langen Seite des Vierecks, auf Höhe der Diagonalen. Dort zeigen Lektionen wie Trab-Verstärkungen oder Traversalen ihre Wirkung. Fotografieren Sie auf Pferdehöhe, nicht von einer Tribüne herab, wenn es die Regeln zulassen.
In der Halle: Das Licht ist oft schwach und ungleichmäßig. Suchen Sie die hellste Stelle der Bahn und warten Sie dort.
Der perfekte Moment
Beim Springen ist der Höhepunkt der Moment über der Stange, wenn die Vorderbeine eng angewinkelt sind und das Pferd nach vorne schaut. In der Dressur zählen gespannte Beinarbeit, eine konstante Anlehnung und ein aufmerksamer Ausdruck. Lösen Sie lieber eine Serie aus und wählen Sie später das beste Bild. Die Gestaltungsregeln für Ruhe und Ausdruck aus dem Beitrag zu Pferdeporträts helfen auch hier.
Mitzieher als kreative Variante
Mit längerer Verschlusszeit, etwa 1/30 s bis 1/60 s, und einer Kamerabewegung im Tempo des Pferdes entstehen Mitzieher: Pferd scharf, Hintergrund verwischt. Das funktioniert vor allem im Galopp an der langen Seite. Die Technik beschreibt der Beitrag zu den Sportfotografie-Einstellungen.
Nach dem Turnier
Sichten Sie die Serien zügig und löschen Sie unscharfe Bilder. Bearbeiten Sie behutsam: Belichtung, Weißabgleich in der Halle und ein leichter Beschnitt reichen oft. Wenn Sie Bilder an Reiter weitergeben möchten, fragen Sie vorher, ob das in Ordnung ist, und beachten Sie die Regeln des Veranstalters.
Checkliste
Turniertag
Fragen und Antworten
- Darf ich auf einem Reitturnier fotografieren?
- Als Zuschauer in der Regel ja, für private Zwecke und von den Zuschauerbereichen aus. Viele Veranstalter haben aber eigene Regeln, und oft gibt es einen offiziellen Turnierfotografen mit Exklusivrechten für Verkauf und Veröffentlichung. Fragen Sie im Zweifel beim Veranstalter nach, bevor Sie Bilder verkaufen oder veröffentlichen.
- Warum ist Blitz auf Turnieren verboten?
- Ein plötzlicher Blitz kann Pferde erschrecken und Reiter gefährden, besonders beim Springen. Deshalb ist Blitzlicht auf Turnieren grundsätzlich tabu. Schalten Sie auch das Autofokus-Hilfslicht aus, das bei manchen Kameras in dunkleren Hallen aufleuchtet.
- Wie hoch darf die ISO sein?
- So hoch, wie für die kurze Verschlusszeit nötig. Rauschen lässt sich in der Bearbeitung reduzieren, Bewegungsunschärfe nicht. In Reithallen sind ISO-Werte von 3200 bis 6400 oder mehr völlig normal. Eine ISO-Automatik mit festgelegter Verschlusszeit ist dafür sehr praktisch.
- Darf ich Bilder von Reitern veröffentlichen?
- Erkennbare Personen haben ein Recht am eigenen Bild. Für Veranstaltungen gibt es Ausnahmen, die aber nicht jede Veröffentlichung abdecken, vor allem keine kommerzielle Nutzung. Fragen Sie Reiterin oder Reiter um Erlaubnis und beachten Sie die Regeln des Veranstalters.